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Donnerstag, 18. Februar 2010

"Mit der Erzählung geh ich in den Tod"

"Liebe ist nicht alles im Leben, aber ohne Liebe ist alles nichts." [Richard David Precht aus "Liebe - ein unordentliches Gefühl"]

Wer die Überschrift vom Post gelesen hat, soll keine Angst um mich haben.^^ Das war lediglich ein Zitat aus Christa Wolfs wunderbarer Erzählung "Kassandra", welche 1983 veröffentlicht wurde, während der Rüstungszeit im kalten Krieg der zwei Großmächte Sowjetunion und USA. 
Inhaltsangabe gibt's hier.
Ein sehr ungewöhnlich geschriebenes Buch, Christa Wolf bezeichnet es selbst als das "weibliche Schreiben". Kassandra führt einen langen Erinnerungsmonolog, eine Assoziationskette verfolgt der Leser, die weit zurück, sogar bis in die Kindheit von Kassandra, zurückreicht. Demnach ist die Handlung nicht chronologisch, sondern wird ständig von neuen Erinnerungen durchbrochen. 
Es war anfangs sehr schwer sich an diesen Stil zu gewöhnen und sich zurechtzufinden. Aber mit der Zeit liest man sich ein. Es ist auch empfehlenswert das Buch komplett zu lesen und nicht nach den ersten Seiten aufzugeben.^^ Die Versuchung ist groß^^ Ich musste es für's Abi lesen und bereue es nicht. 
In diesem Buch steckt so viel Trauer. Schmerz. Angst. Als ich gestern zum zweiten Mal für's Referat einige Stellen las, bekam ich sogar Gänsehaut. Man muss sich einfach mal RICHTIG vorstellen, wie es der Frau wohl gehen muss. Alle ihre Geschwister sind tot, viele sind vor ihren Augen brutal abgeschlachtet worden, ihre Mutter und Vater sind beide tot, sie selbst weiß, dass auch sie erschlagen werden wird, genauso wie ihre treue Dienerin Marpessa und ihre zwei Kinder. Sie gab ihre große Liebe auf. Sie wurde mehrmals vergewaltigt. Trotz all dem Schmerz bleibt sie jedoch eine autonome Persönlichkeit, denn es zeugt von Stärke, dass sie weder mit ihrer großen Liebe flüchtet noch sich selbst umbringt, um weiteren Qualen zu entgehen, obwohl sie mehrmals die Gelegenheit dazu hatte. Bewusst entscheidet sie sich für die letzten Stunden ihres Lebens, in denen sie dem Leser die Kriegsgeschehnisse, ihre Erfarungen etc. schildert.
Ich könnte stundenlang weiter schreiben, denn das Buch ist unglaublich vielschichtig. Christa Wolf kritisiert damit einmal den Überwachungsstaat DDR, patriarchalische Herrschaftsstrukturen, Sinnlosigkeit des Krieges, die minderwertige Rolle der Frau. Es ist unglaublich wie viel Arbeit in diesem Buch steckt. 
Wie ich jetzt überhaupt darauf komme? Wir waren heute im Theater mit dem Deutsch LK und haben uns das Stück angesehen. Gespielt hat nur eine einzige Person, Kassandra, die den Erinnerungsmonolog in gekürzter Version vortrug. Schauspielerische Leistung war natürlich TOP. Ich war fasziniert wie sie von einer Sekunde zur nächtsten sich in verschiedene Personen hineinversetzte und sie sehr authentisch verkörperte, sodass es nie langweilig wurde. Ein Stück mit mehreren Personen wäre aber trotzdem eher wünschenswert gewesen, aber bei so einer Erzählung wie Kassandra es ist, bietet sich eigentlich diese Vorstellungsweise an. 

"Ein Krieg um ein Phantom kann nur verloren gehen." Wie Recht sie doch hatte.

Heute ist Geschichte wieder ausgefallen ._. Dabei sollen morgen die Quartalsnoten feststehen. Haha. Wir hatten ja kaum Unterricht =D
Dafür habe ich heute meinde mündliche Note in SoWi bekommen. 3+. Damit kann ich leben. Dann werde ich mich wohl eben NOCH mehr anstrengen müssen, als ich es sowieso schon getan habe, um eine 2- zu schaffen, aber diskutieren hatte ich in der 6. Stunde keine Lust, außerdem wäre es sowieso umsonst gewesen. Mich regt nur auf, dass andere, die viel weniger, als ich sagen, eine 2- bekommen. GRRRRRRR. Ich hasse unfaire Benotung. Es hängt immer vom Lehrer ab. Vergesst Sprüche wie "Schüler sind selbst schuld." Nein, es kommt immer auf den Lehrer an. Wie erklärt man sich denn sonst, dass man bei Lehrerwechsel plötzlich um Noten besser bzw. schlechter wird. Ganz einfach: denn jeder Lehrer hat seine eigenen Vorstellungen von Leistung. Während für einen 2x melden und was gutes sagen für eine gute Note reichen, braucht der andere 10x melden und nur schwachsinnsgelaber.  Irgendetwas stimmt da doch gewaltig nicht. Über mich selbst kann ich sagen, dass ich immer kontinuierliche Leistung erbringe, egal in welchem Fach, ich strenge mich immer so an, wie es mir mein Intellekt zulässt. Ich bin nicht dumm, aber auch nicht außerordentlich schlau. Faul. Aber ich tue, was getan werden muss. Wenn wichtiges ansteht auch mehr. Aber niemals weniger, als gefordert wird. Da ich mir eigentlich relativ sicher über meine geistige Kapazität bin, sollte es auch bei Lehrerwechsel keine großen Sprünge geben. Wer vorher gut war, kann unmöglich plötzlich total abrutschen! (es sei denn probleme, drogen, o.ä sind im spiel, aber das meine ich ja nicht.^^) Deshalb ist es so wie ich es sage: Lehrer sind auch eine Seite der Medaille.
Jedenfalls, wie kann ein Mädchen, dass sich NIE mündlich beteiligt eine 3- bekommen????????? Das fällt nicht nur mir auf, sondern auch anderen. Unfair, klar. Aber man kann das schlecht dem Lehrer sagen. Wenn er es selbst nicht sieht, dann denkt er sich wohl was dabei. Mkay. Jetzt musste ich meinem Ärger aber Luft machen. Vorallem, da man selbst, als man lange Zeit in einer tiefen Krise gesteckt hat ein Defizit (4-) hatte (obwohl man sogar da noch ab und zu mitgemacht hat.)  Ja ja, da sieht man, dass zu Noten auch Sympathie gehört. Manchmal gibt's doch vieles geschenkt im Leben.
Abitur sollte echt mit der Geburtsurkunde verteilt werden. Echt.
Nun ja, ich habe mich jetzt abreagiert. ^^
Aber mir geht's immer noch schlecht >.>
Ich gehe gleich Gilmore Girls gucken. Rory motiviert mich immer. [:

Ich bin jetzt so sauer, dass ich mir sogar vorstellen könnte gleich etwas für's Abi zu lernen. Alles hat seine Vor-und Nachteile =D
roverdovermississippiover.

Sonntag, 10. Januar 2010

Tag kurz, Haare kurz, lange Hausaufgaben, morgen sehr langer Schultag

Ja, in der Überschrift kann man das Resumée meines heutigen Tages erahnen + was morgen ansteht. Ich will heute noch produktiv sein, d.h. mich auf die morgige Biologie Stunde vorbereiten, indem ich die Kapitel im Buch schonmal überfliege & etwas über Unis recherchiere. Ja und das alles in 1 Stunde. Um 20:15 kommt auf RTL II nämlich der Film "Das Leben des David Gale" Und die Beschreibung hört sich klasse an, außerdem gab's gute Kritiken + "The Day After Tomorrow" & "Rush Hour 3" (die Alternativen) habe ich schon min. 2x gesehen. Da ich also nicht sehr viel schreiben kann, poste ich einfach einen Auszug aus der Geschichte an der ich mittlerweile seit 4 (?) Jahren schreibe. 


Und wie immer ein Zitat als süßes Nebenelement meiner Blogeinträge: "Nichts weltbewegendes, doch eine Welt für ihn."


---- „Kia?!“ Sie hob ihren Kopf ruckartig vom Schreibtisch, als er sie fast schon zu rücksichtsvoll an der Schulter rüttelte. Sie musste eingeschlafen sein, als sie versucht hatte ihre Gedanken zu ordnen und im Tagebuch zu notieren. Mit vom Schlaf geröteten Augen, schaute sie ihm ins Gesicht und las Besorgnis. Weiterhin glaubte sie auch ein Stück von Enttäuschung zu sehen, weil sie erschrocken zusammen fuhr, als Danny sie berührte. Der Abstand vergrößerte sich. „Ich...ich bin eingeschlafen...ich wollte nur etwas aufschreiben...“, murmelte sie und strich verlegen über die letzte beschriebene Seite. „Was gibt es denn?“, fragte sie dann. Während sie steif am Rand des Stuhls saß und ihre Hände nervös gegeneinander rieb, als wäre ihr kalt, setzte er sich ihr gegenüber auf das Bett. Zwischen ihnen schien eine unsichtbare Wand zu stehen. „Wir wollten ins Kino gehen und danach eventuell noch etwas spazieren...weißt du es nicht mehr?“ –„Doch. Natürlich.“, log sie. „Sollen wir dann los?“, fragte er und hoffte, dass sie wieder klar denken konnte und sagen würde sie müsse sich doch erst noch fertig machen. In der Zwischenzeit könne er doch für sie auf der Gitarre spielen. Before You Sleep. Wie in den alten Zeiten. Momentan trug sie ein knielanges T-Shirt und weiße Strümpfe.
Ihre Haare waren nach hinten zu einem Zopf zusammengebunden, doch ein paar widerspenstige Strähnen hatten sich gelöst und fielen um ihr Gesicht und betonten ihre vom Schlaf geröteten Wangen. Für ihn sah sie umwerfend aus, aber so konnte sie unmöglich in die Stadt gehen. Es verwunderte ihn jedoch in keinster Weise, was als maschinelle Antwort auf seine Frage kam: „Ja klar. Lass uns gehen.“ Er rieb sich mit den Händen die Augen. Heute war wieder ein verdammter Tag an dem Kia und er sich kein Stück näher kommen würden. Allein schon ihre Haltung auf dem Stuhl verriet ihm, dass sie absolut keine Lust hatte etwas mit ihm zu unternehmen und ihn am liebsten loswerden würde. Er wünschte er könnte ihre Benommenheit auf den Schlaf, aus dem er sie gerissen hatte, zurückführen. Denn dann könnte eine kalte Dusche sie wieder zu sich bringen. Doch gegen das, was sie die letzten Monate beschäftigte, half keine Dusche. Er fragte sich, ob sie überhaupt merkte, dass sie ihn verletzte.

Das Schweigen war unerträglich. Zu gern würde er wissen, was sie in dem Moment dachte. Irgendwie konnte er es sich aber vorstellen. Und genau das machte ihn wütend. Denn in letzter Zeit wusste er nichts über sie. Sie sprach nicht mit ihm. Er analysierte jede ihrer Bewegungen, um wenigstens versuchen zu verstehen, was in ihr vorging. Er musste es sich selbst denken. Wenn sie doch bloß endlich mit ihm reden würde. Ja, er wusste, er musste geduldig sein, doch mit jedem Tag hatte er immer weniger. Je weniger sie sprachen, je weniger sie sich sahen, je mehr sie zusammenzuckte, wenn er sie berührte, desto fremder wurden sie einander. Für den heutigen Tag hatte er sich ein Ziel gesetzt: Er wollte ihre Hand halten. Ihre sanfte, warme Handfläche auf seiner spüren. Bloß Händchenhalten. Nichts weltbewegendes, doch eine Welt für ihn. Er hoffte sehr, dass der Tag, den sie zusammen in der Stadt verbringen würden, sie wieder einander näher bringen würde. Doch nun hatte sie alle seine Hoffnungen zu Nichte gemacht. Während er sich den Kopf darüber zerbrach, wie er aus dem Zimmer verschwinden sollte, ohne, dass es peinlich werden würde, überraschte sie ihn, als sie als erste etwas sagte: „Woran denkst du Danny?“ Diese Frage warf ihn total aus der Bahn. Sie wollte wirklich wissen was er dachte?! Hatte sie etwa gerade gemerkt, dass etwas in ihm vorging?! Da sie ihn schon so direkt fragte, wäre es auch am besten ihr genauso direkt zu antworten, dass er verletzt war. Mein Gott welch ein Wort! Er war doch ein Mann zum Teufel! Aber er hatte Angst vor ihrer Reaktion. Davor, dass sie plötzlich anfingen sich zu streiten und er sie verlieren würde. Er konnte und wollte aber so nicht mehr weiter machen! Sie musste doch endlich irgendwelche Emotionen zeigen! Zum Teufel, sei es auch im Streit...irgendwann müssten sie anfangen zu reden, nicht über Lia und Mike, sondern über sie und ihn! „Ich denke die ganze Zeit daran...ich denke die ganze Zeit, dass wir...na ja...es funktioniert irgendwie nicht, oder Kia? Wir machen uns beide vor, dass es wieder laufen könnte,...aber das wird es nicht, nicht wahr?“ Er sah, wie sie innerlich kämpfte einen Weinkrampf zu unterdrücken. Oder wollte er bloß eine derartige Reaktion sehen? Als sie antwortete, bebte ihre Stimme: „Du willst Schluss machen?“ – „Wie soll ich denn Schluss machen, wenn zwischen uns gar nichts ist?“, rief er fast wütend aus, fing sich aber gleich wieder und versuchte seine Stimme auf eine ruhigere Tonart zu mäßigen: „Wir reden kaum miteinander, wir sehen uns nicht mal mehr an, wir berühren uns nicht mehr, und wenn ich es tue, dann willst du mich am liebsten erschlagen! Habe ich dir jemals weh getan, Kia? Habe ich jemals irgendetwas getan, was du nicht wolltest?“, fragte er vorwurfsvoll. „Nein...“, flüsterte sie kaum hörbar. „Ich bin nicht Leo! Du musst mit dieser ganzen Sache irgendwie abschließen. Ich habe mir wirklich große Mühe gegeben geduldig zu sein, dich zu unterstützen, wo ich nur konnte...aber mittlerweile tut es weh dich so zu sehen...und zu wissen, dass nichts mehr ist...zwischen uns...wenn Liebe anfängt weh zu tun, sollte man lieber aufhören...“ Sie war an der Reihe. Er hatte alles auf eine Karte gesetzt. Er hatte riskiert, dass ihre Beziehung, die sowieso schon am seidenen Faden hing, total zerbrach. Und er hoffte sehr, dass wenn er sie unter Druck setzen würde, sie endlich aus ihrem Trance ähnlichen Zustand erwachen würde und anfing zu kämpfen. Doch sie zeigte weiterhin kaum Emotionen, sie saß immer noch stocksteif auf dem Stuhl und blickte starr auf den Boden. Er hätte sie am liebsten gepackt und gerüttelt. Sie wand sich dem Tisch zu, blickte auf ihr offenes Tagebuch herab und riss die letzte beschriebene Seite heraus, zerknüllte sie und warf sie in den Mülleimer neben sich. „Kia? Rede mit mir!“, verlangte er. Doch sie riss weitere Seiten heraus und warf sie in den Müll. „Du hast Recht. Wirklich. Es ist nichts zwischen uns.“ Die Gelassenheit mit denen sie diese Sätze aussprach, versetzte Danny ein Messer ins Herz. Zutiefst enttäuscht verließ er fluchtartig das Zimmer. Sie sollte seine Tränen nicht bemerken... ----


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